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Institut für genderreflektierte Gewaltprävention

Präfix R

Coaching für Eltern in Haft

Ein zentraler Impuls, das Modellprojektvorhaben Präfix R zu konzipieren, war die Erkenntnis, dass es nicht nur für inhaftierte Eltern kaum Angebote gibt, sondern dass auch ihre Kinder zu einer vernachlässigten, kaum beachteten Zielgruppe zählen, obwohl die wenigen Studien und Veröffentlichungen, die über Kinder inhaftierter Eltern vorliegen, ihre hohe Vulnerabilität aufzeigen. Die Kinder inhaftierter Eltern - so zeigen die Ergebnisse einer europäischen Studie 2013 - tendieren dazu, sich zu isolieren, weil sie dem Druck unterliegen, den Aufenthaltsort von Mutter oder Vater geheim zu halten, sind Mobbing ausgesetzt, zeigen als Reaktion darauf wiederum auffälliges Verhalten und können auch dazu tendieren, sich delinquenten Cliquen anzuschließen bzw. sind stark gefährdet, radikalisierte Gruppierungen aufzusuchen.

Zielgruppe

Präfix R richtet sich an Eltern, die a) ideologisch verfestigte rechtsextreme Haltungen und Überzeugungen haben, selbst radikalisierten Gruppen angehören oder aber dies in Erwägung ziehen und bei denen davon auszugehen ist, dass sie bewusst bzw. gezielt oder auch unreflektiert ihre Überzeugungen an ihre Kinder weitergeben, b) humanistische Grundwerte für sich reklamieren und diese auch als Leitlinie ihrer Erziehungsprinzipien formulieren, jedoch beobachten, dass sich ihre Kinder radikalisierten Gruppen zuwenden. Das Modellprojekt Präfix R hat es sich zum Ziel gesetzt, über die Arbeit mit den Eltern die Kinder inhaftierter Mütter und Väter in ihrer Resilienz zu stärken und sie davor zu schützen, dass sie sich radikalisierten rechtsextremen Gruppen anschließen. Damit rückt Präfix R eine Zielgruppe in den Fokus, die als besonders vulnerabel gilt und gleichzeitig oft übersehen wird: die Kinder inhaftierter Eltern.

Faltblatt Präfix-R

Ziele

Hauptziel des Modellprojektes Präfix R ist es, durch die Arbeit mit inhaftierten Eltern, sei es, dass sie selbst rechtsextreme Positionen bzw. Haltungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit vertreten oder aber zunächst weniger durch vorurteilsmotivierte Narrative auffallen, radikalisierungspräventiv auf die Kinder zu wirken. Dies wird umgesetzt, indem die Mütter und Väter in den Coachings Raum bekommen, ihre Einstellungen und Werte zu reflektieren, die ihrem Erziehungsstil zugrunde liegt und die Eltern-Kind-Beziehung prägt. Indem sie therapeutisch dabei begleitet werden, selbst erlebte Traumatisierungen wie Vernachlässigung oder Gewalt zu bearbeiten, kann verhindert werden, dass sich diese schmerzlichen Erfahrungen transgenerational negativ auf ihre Kinder auswirken. Ein bedeutendes Thema ist außerdem, wie sie als Eltern – auch jetzt während der Zeit ihrer Inhaftierung – für ihre Kinder verlässliche Bezugspersonen sein können, unabhängig davon, ob sie selbst für ihre Betreuung sorgen können oder nicht. Eine Einbeziehung der Regionalen Soziale Diensten und Jugend- und Familienhilfeträger ist vorgesehen, um Unterstützungsangebote zu installieren. Ganz wesentlich ist auch, dass das Bezugssystem (Partner_in, Eltern) in den Coachingprozess einbezogen wird, wenn dies möglich ist.

Angebot

Das Coaching wird im Einzelsetting oder als Gruppe angeboten. Interessierte Eltern können sich in einem unverbindlichen Vorgespräch informieren und die Trainerin oder den Trainer kennen lernen.

Im Coaching werden u.a. folgende Fragen und Themen besprochen:

  • Wie kann ich eine stabile Beziehung zu meinem Kind aufbauen bzw. aufrecht erhalten, wie vermittle ich meinem Kind Sicherheit und Verbindlichkeit?
  • Wie kann ich auch in der Haftzeit Verantwortung als Vater oder Mutter übernehmen?
  • Welche Normen und Werte prägen meinen Erziehungsstil?
  • Wie kann ich die Beziehung zu meiner (Ex)-Partnerin, meinem (Ex)-Partner so gestalten, dass wir gute Eltern sein können?
  • Welche möglichen Unterstützungsangebote in der Kinder- und Jugendhilfe gibt es?

Broschüre

Broschüre Präfix-R

Download Broschüre, (PDF): Praefix R Coaching für Mütter und Väter in Haft

Neuigkeiten:

Aktuelle Hinweise zum Projekt finden Sie auch auf unserer facebook-Seite.

Ansprechpartner_innen:

Lars Schäfer & Uli Streib-Brzič, Projektleitung.

Das Projekt Präfix R wird in Kooperation mit VPN – Violence Prevention Network e.V. umgesetzt.

Violence Prevention Network

 

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