Präfix R Berlin 2.0 ist ein Projekt für inhaftierte Eltern in Berliner Justizvollzugsanstalten. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit der eigenen Elternrolle, mit Haltungen zu Geschlecht, Gewalt und Verantwortung sowie mit der Frage, welche Werte an die eigenen Kinder weitergegeben werden. Das Projekt baut auf die Erfahrungen und das Praxiswissen auf, das im Rahmen des Projekts Präfix R, das seit über 10 Jahren erfolgreich in Berliner und Brandenburger Haftanstalten durchgeführt wurde. (Link zur Projektbeschreibung Präfix R)
Ziel ist es, ungünstige Denkmuster zu hinterfragen und neue, respektvolle Werthaltungen zu entwickeln. So kann das Projekt dazu beitragen, Kreisläufe zu durchbrechen und die Chance der Kinder auf ein stabiles, resilientes Aufwachsen zu erhöhen. Ein besonderer Schwerpunkt des Projektes liegt in dem Anspruch, gewaltbereites, machtvolles Handeln kritisch zu beleuchten und Männer wie auch Frauen für toxische Beziehungsmuster zu sensibilisieren.
Damit leistet Präfix R Berlin 2.0 einen aktiven Beitrag zur Umsetzung der Istanbul-Konvention und des Berliner Landesaktionsplans gegen Gewalt an Frauen. Es schließt zugleich eine Lücke im Bereich der Präventionsarbeit des Berliner Justizvollzugs.
Das Angebot richtet sich an inhaftierte Mütter und Väter, unabhängig von Haftdauer oder Delikt. Im Mittelpunkt stehen Eltern, die sich mit ihrer Elternschaft auseinandersetzen und die Bindung zu ihren Kindern während der Haftzeit bewahren oder stärken möchten. Auch Angehörige und Partner_innen werden in den Coachingprozess einbezogen, um die Entwicklung neuer Kompetenzen, wie beispielsweise Empathie, Emotionskontrolle oder Konfliktlösungsstrategien zu unterstützen. Kinder profitieren als indirekte, teils auch direkte Zielgruppe.
Darüber hinaus richtet sich Präfix R Berlin 2.0 auch an Bedienstete und Fachkräfte in den Justizvollzugsanstalten: Zum einen werden in Informationsveranstaltungen ihre Perspektiven einbezogen, um gemeinsam tragfähige Wege der Ansprache und Begleitung zu entwickeln.
Zum anderen werden sie in Workshops für die Themen der Istanbul-Konvention sensibilisiert.